Nulldiät

Nulldiät

NulldiätJe mehr Diäten man erfolglos versucht, desto unruhiger und unbefriedigter wird man. Gerade wer viel Gewicht abnehmen möchte, kann durch diverse Crashdiäten und den zugehörigen Jo-Jo-Effekt verzweifeln. Diese Verzweiflung treibt den Abnehmwilligen oft zu den radikalsten Methoden des Gewichtsverlusts. Eine dieser radikalen Methoden ist die Nulldiät.

Was ist die Nulldiät?

Wasser ist in der Diät erlaubtWie der Name schon vermuten lässt, wird bei der Nulldiät nichts gegessen.
Die radikalste Form der Nulldiät verbietet jegliche Zufuhr von Nährstoffen. Das einzige erlaubte “Lebensmittel” ist pures Wasser. Davon muss man sehr viel trinken, ansonsten besteht akute Lebensgefahr.
Zwar gibt es Versionen der Nulldiät, bei denen vitaminreiche Säfte oder Vitamintabletten getrunken werden, aber diese Dinge bedeuten Kalorien, und Kalorien sollen bei der Nulldiät vermieden werden. Selbst wenn man sich auf die paar Kalorien in Saft oder einer Vitamintablette einlässt, so ist die Nährstoffzufuhr immer noch zu gering um die nötigen, alltäglichen Körperfunktionen aufrechtzuerhalten.

Wie lange kann man diese Diät durchführen?

Theorie:
Wer mit dem Essen aufhört, verbrennt Fett. Der Metabolismus wechselt in den sogenannten Hungerstoffwechsel. Hier werden Fett und Protein verbrannt, um die Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Es kommt, laut Theorie, darauf an, wie groß der körpereigene Fettspeicher ist. Solange der Stoffwechsel an diesen Reserven zehren kann, so lange wird er theoretisch überleben.

Praxis:
Bei sehr übergewichtigen Menschen gibt es Berichte, das eine Nulldiät bis zu 200 Tage durchgehalten wurde. Warum kann man das so genau sagen? So grausam es klingt, aber früher wurden Hungerstreikende beobachtet und verzeichnet nach wie vielen Tagen sie starben. Menschen mit Normalgewicht hielten bis zu 56 Tage durch und je höher das Ausgangsgewicht war, desto länger wurde durchgehalten. Dies setzt natürlich eine ausreichende Wasserzufuhr voraus.

Kein Essen ind er Nulldiät

Nulldiät & Fasten

Es gibt verschiedene Arten von Fasten. Eine davon ist die Nulldiät. Hier sind einige andere Beispiele, die auf demselben Prinzip beruhen.

Heilfasten

Hierbei geht es vorrangig um eine Reinigung des Körpers und das Heilfasten wird im besten Fall vom Arzt begleitet. Beim Heilfasten sollen bestimmte Dinge getrunken werden, damit der Körper weiterhin wichtige Vitamine und Mineralstoffe erhält.

Religiöses Fasten


Das religiöse Fasten kommt in fast allen Religionen vor. Besonders bekannt sind hierfür das Christentum, der Islam und der Buddhismus. Für eine bestimmte Zeit wird aus spirituellen Gründen nicht gegessen. Von Religion zu Religion hat das Fasten verschiedene Regeln. In orthodoxen Kreisen darf kein Fleisch verzehrt werden, im Islam darf nachts gegessen werden, während im Buddhismus jegliche Nahrungsaufnahme verboten ist.

Zitronensaftdiät

Im Vordergrund steht eine Gewichtsabnahme. Hunger soll durch ein spezielles Zitronensaftrezept vermieden werden. Dieser Saft enthält einige Nährstoffe und es darf davon eine bestimmte Menge getrunken werden. Gewisse Formen der Zitronensaftdiät erlauben einige Nahrungsmittel.
(Mehr zur Zitronensaft-Diät: hier)

Was passiert mit dem Körper während der Nulldiät?

Wer nichts isst, signalisiert dem Körper, dass eine Hungerszeit begonnen hat. Die natürliche Reaktion des Körpers ist es, den Stoffwechsel umzustellen. Diese Reaktion tritt nach ein bis drei Tagen auf. Der Körper wechselt in den Hungerstoffwechsel.
Hierbei wird die Glucose aufgebraucht, die im Körper noch vorhanden ist. Danach werden die Fettreserven verwendet. Nach kurzer Zeit, wenn der Körper realisiert, dass die Hungerszeit immer noch anhält, greift er auch auf Proteine zurück. Diese Proteine (Eiweißreiche Ernährung) nimmt der Körper aus den Muskeln.

Die Nulldiät ist auch ungesundWas also passiert ist eine radikale, schnelle Gewichtsabnahme. Innerhalb der ersten Woche können hier bis zu 5 Kilo verloren werden, denn der Stoffwechsel bleibt erst einmal so schnell wie gewohnt. Auch wenn man etwas hungrig und vielleicht unkonzentriert ist, so kann man immer noch gute Leistung vollbringen und ist körperlich kaum eingeschränkt.
Nach etwa einer Woche verändert sich der Stoffwechsel erneut. Nun wird der Stoffwechsel um etwa 50 % heruntergefahren. Dies geschieht, damit die übrigen Fettreserven nicht so schnell aufgebraucht werden, denn das Ende der Hungerszeit kann nicht abgesehen werden.
Das ist in der Regel der Zeitpunkt, an dem sich Menschen, die die Nulldiät oder eine andere Form des Fastens durchführen, müde und schlapp fühlen. Die Konzentrationsfähigkeit ist nun auf einem Tiefpunkt, man denkt fast nur noch an das Essen, man ist müde, lustlos und körperlich kaum noch leistungsfähig. Die Muskeln werden vom Stoffwechsel nun vermehrt abgebaut, da der Körper dringend Proteine benötigt. Es treten Kopf und Gliederschmerzen auf, wie bei einer Grippe. Giftstoffe werden ausgeschüttet, Ketonkörper halten den Körper einigermaßen leistungsfähig. Je länger man dem Körper die Nahrung verweigert, desto stärker werden die Symptome. Launisches oder depressives Verhalten beginnt, der Körper beginnt zu zittern, die Hautfarbe verändert sich oder die Haut wird trocken, Haare fallen aus, Akne kommt zum Vorschein, Augenringe entstehen.

Nach und nach werden die Körperfunktionen heruntergefahren und irgendwann eingestellt, weil alles Fett aufgebraucht wurde. Da der Körper Proteine aus den Muskeln verwendet, werden auch lebenswichtige Muskeln, wie das Herz angegriffen. Daher rühren Blutdruckschwankungen, Herzklopfen und mehr. Da dem Körper keine Nährstoffe (Vitamine, Mineralien, Eisen, etc.) zugeführt wird, können selbst die simpelsten Körperfunktionen nicht mehr aufrechterhalten werden.
Das Gehirn bekommt nicht mehr genug Nährstoff, um zu arbeiten, daher wird man vergesslich, unkonzentriert und launisch.
Wer all diese Anzeichen ignoriert und nicht beginnt zu essen, stirbt.

Wer auf seinen Körper hört und wieder zu essen beginnt, wird einen Jo-Jo-Effekt erleben. Da der Körper den Stoffwechsel heruntergefahren hat, wird er so viel Fett speichern, wie er nur irgendwie kann. Selbst eine gesunde Ernährung wird dann eine Gewichtszunahme verursachen. Nahrung muss in diesem Fall sehr langsam wieder eingeführt werden. Zuerst nur vitaminreiche Flüssigkeiten mit wenig Kalorien, damit der Körper sich daran gewöhnen kann, dass er wieder Nährstoffe bekommt. Nach und nach dürfen dann wieder Gemüse und Obst gegessen werden. Ganz am Ende kann dann auch wieder Proteinreiches, wie Fleisch und Eier, in den Speiseplan aufgenommen werden.

Fragen Sie sich also selbst: Ist es Ihnen wert, Ihre Gesundheit und im Ernstfall Ihr Leben aufs Spiel zu setzen, nur um mit einer Nulldiät schnell abzunehmen?

Abschließender Tipp

Wenn Diäten bei Ihnen bisher nicht oder nicht gut geholfen haben, gehen Sie zu Ihrem Hausarzt und lassen sich beraten, bevor Sie sich für die Nulldiät entscheiden.

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